Münsters Wärmenetze sorgen für wohlige Temperaturen

Fernwärme ebnet Klimaschutz den Weg

Rund 200 Kilometer ist unser Fernwärmenetz lang. Damit betreiben wir eine wichtige Infrastruktur, die den Wandel hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung in Münster voranbringt. Bereits heute versorgt das Rohrleitungsnetz tausende Haushalte und Gebäude in Münster mit Wärme aus dem hochmodernen, 2005 errichteten Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk der Stadtwerke Münster. Schritt für Schritt stellen die Stadtwerke die Fernwärme-Erzeugung auf erneuerbare Quellen um und treiben damit die Wärmewende in Münster voran.

Information für Fachanwender:

Ab dem  1. Mai 2026 gelten aktualisierte Technische Anschlussbedingungen für Wärmenetze (TAB).

Weitere Informationen 

Ein Primär- und elf Sekundärheizkreisläufe versorgen Teile von Münster mit Wärme für Raumheizung und Warmwasser. Die Sekundärnetze versorgen Teilflächen in Gievenbeck, Gremmendorf, Mecklenbeck, Coerde, Angelmodde sowie begrenzte Gebiete im Bereich der Gartenstraße, Stollbergstraße und Weißenburgstraße.


Münsters Nahwärmenetze

Vier separate Nahwärmenetze mit insgesamt 16 km Länge versorgen zudem Haushalte und Gebäude in den vier äußeren Stadtteile Roxel-Nord, Albachten, Amelsbüren und Hiltrup mit Wärme. Diese kommt aus den stadtwerkseigenen Blockheizkraftwerken (BHKW), die von 2004 an in Betrieb gegangen sind.

Auch in Zukunft sollen unsere Wärmenetze dazu beitragen, Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser und Kitas klimafreundlich zu beheizen. Deshalb erneuern und erweitern wir sie laufend. Insbesondere die großen Transportleitungen erreichen in den kommenden Jahren das Ende ihrer technischen Lebensdauer. Wir erneuern die Rohre, bevor es zu Ausfällen in der Wärmeversorgung oder gar gefährlichen Rohrbrüchen kommt – Fernwärmeleitungen transportieren nämlich mit hohem Druck bis zu 130 °C heißes Wasser. In den nächsten Jahren werden Sie deshalb in Münster die eine oder andere Baustelle sehen. Dafür bitten wir um Ihr Verständnis.

 

Sie haben Interesse an einem Fernwärmeanschluss?

Zur Planung Ihres Fernwärmeanschlusses benötigen wir einige Daten zur anzuschließenden Immobilie. Bitte beauftragen Sie Ihren Wärmeanschluss über unser Netzanschlussportal.

Technische Anschlussbedingungen für Wärmenetze 

Die Stadtnetze Münster haben die Technischen Anschlussbedingungen Wärmenetze (TAB) aktualisiert. Die Regelungen gelten ab dem 1. Mai 2026.

Die TAB ergänzt die einschlägigen technischen Regelwerke, Normen und Verordnungen um spezifische Aspekte des Münsteraner Fernwärmenetzes und der vier Nahwärmenetze. Weiterhin relevant für die Planung, Installation und Betrieb von Wärmenetzanlagen sind die Regelwerke von DVGW und AGFW, die relevanten DIN-Normen sowie die Allgemeinen Versorgungsbedingungen Fernwärme (AVBFernwärmeV).

Technische Anschlussbedingungen Wärmenetze (gültig ab 1. Mai 2026)

Was ist neu?

  • kompakter und übersichtlicher
  • Anschluss und Inbetriebnahme: Pflicht zur Nutzung des Netzanschlussportals
  • Veränderte Parameter der Wärmenetzbereiche (Betriebstemperaturen, -drücke)
  • Hinweise zur Absenkung der Systemtemperaturen bis 2045 im Fernwärmenetz sowie in den Nahwärmenetzen mit Stützjahren
  • Edelstahlspeicher für Warmwasserhaltung im direkt gefahrenen Netz

Fragen und Antworten zu den Technischen Anschlussbedingungen

Die TAB gilt für alle neuen Fernwärmeanlagen, die ab dem 1. Mai 2026 an ein Wärmenetz der Stadtnetze Münster angeschlossen werden (Primärnetz, Sekundärnetz, Nahwärmenetz).

Sie gilt außerdem für alle Bestandsanlagen, die repariert, ergänzt oder verändert werden.

Wichtig: Findet in einer Immobilie mit einer direkt gefahrenen Anlage eine wesentliche Veränderung am Heizsystem statt (z.B. im Rahmen einer Sanierung, Austausch der Heizkörper), muss die Anlage den Anforderungen der aktuell gültigen TAB (Stand Mai 2026) erfüllen.

Wird an einer Immobilie eine Kernsanierung oder energetische Modernisierung durchgeführt, bei der auch die Heizanlage verändert wird (z.B. Austausch der Heizkörper, Veränderung des Energiebedarfs), muss auch die Wärmeübergabestation (Hausstation) modernisiert werden.  
Der Tausch einer Wärmeübergabestation ist in zahlreichen Bundes- und Landesprogrammen förderfähig.

 

Zur Kartenübersicht der Netzbereiche

 

Betriebstemperaturen

 

Vorlauf-Temperatur (Ausgang Heizwerk/Übergabestation)

Max. Rücklauf-Temp.
(im Hausanschluss)

 

Winter (2025)

Winter (2045)

Sommer

Primärnetz

130 °C

104 °C

80 °C

50 °C

Sekundärnetze

Alter Schlachthof (2), Freiburger Weg (5)

90 °C

90 °C

70 °C

45 °C

Angelmodde (11),
Coerde (1),
Gievenbeck I+II (3), Gremmendorf (7), Mecklenbeck (6), Normannenweg (9), Schlesienstraße (10)

110 °C

90 °C

70 °C

45 °C

Stolbergstraße (4),
York-Quartier (8)

80 °C

80 °C

70°C

45 °C

Nahwärmenetze

Roxel (1)

90°C

90°C

70 °C

45 °C

Albachten (2), Amelsbüren (4),
An der Hiltruper Baumschule (3)

80 °C

80 °C

70 °C

45 °C

 

Geringere Netztemperaturen erhöhen die Effizienz des gesamten Wärmesystems, sparen Kosten und machen es zukunftsfähiger. Sie minimieren die Wärmeverluste und sparen in der Wärmeerzeugung Energie.

Zudem lassen sich erneuerbare Wärmequellen besser ins Netz integrieren, denn sie liefern oft nur moderate Temperaturen. Wärmepumpen erreichen bei niedrigen Vorlauftemperaturen einen besseren Wirkungsgrad (COP) und verbrauchen weniger Strom.

Die Heizleistung wird durch die Absenkung der Systemtemperaturen (80-104 °C im Vorlauf, 45 bis 50°C im Rücklauf) nicht beeinträchtigt. Voraussetzung ist, dass die Übergabestation richtig eingestellt ist.

  • AVBFernwärmeV
  • Anschlussvertrag der Stadtnetze Münster
  • AGFW
  • DVGW
  • Einschlägige DIN und DIN EN, DIN VDE

Grundsätzlich gelten für Trinkwassererwärmer die Vorgaben der DIN 1988. Sie müssen der Kategorie 3 entsprechen und korrosionsbeständig und gesichert ausgeführt werden (Anforderungen der Ausführungsart C).

Besondere Anforderungen bestehen für Trinkwassererwärmer im direkt gefahrenen Netz: Diese müssen zwingend als Edelstahlspeicher ausgeführt werden. Bei Anschlussleistungen über 15 KW ist die Installation von Rohrbündelspeichern nicht zulässig. Hierfür sind alternative Systeme zu wählen.

Rohrverbindungen sind ausschließlich im Schweißverfahren oder mit Megapress S (bis einschließlich DN50) auszuführen.

 

 

 

Technische Fragen von Fachanwendern beantwortet das Team Fernwärmebetrieb unter 0251 694 37 74 – jeweils montags bis donnerstags 7 bis 15 Uhr, freitags 7 bis 12 Uhr.

Unter 0251/694-15 22 ist die Störungsstelle der Stadtnetze Münster rund um die Uhr erreichbar.

Technische Daten zum Fernwärmenetz

GuD-Kraftwerk der Stadtwerke Münster GmbH für Primär/Sekundärnetz: 1

Blockheizkraftwerke der Stadtwerke Münster GmbH für Nahwärmenetze: 5

Fern/Nahwärmerohrnetzsystem: 206 km

Primär/Sekundäranlagen in den Stadtteilen Gievenbeck, Gremmendorf, Angelmodde, Coerde und Mecklenbeck, sowie in sehr begrenzten Gebieten der Gartenstraße, Stollbergstraße und Weißenburgstraße: 12

Blockheizkraftwerke mit Nahwärmenetz in den Stadteilen Albachten, Amelsbüren, Hiltrup und Roxel: 5

Fern/Nahwärmehausanschlüsse: 5.233