12.000 Haushalte und Unternehmen heizen schon mit H-Gas
Gas-Umstellung im Gasnetz in Münster und Drensteinfurt erreicht Meilenstein
9. Juli 2026
Die ersten 12.000 Gasanschlüsse im Süden Münsters, in Drensteinfurt mit den Ortsteilen Rinkerode und Walstedde werden seit Juni 2026 mit dem so genannten H-Gas versorgt. Damit erreicht das Großprojekt zur Umstellung der Gasqualität in Münster und Drensteinfurt einen ersten wichtigen Meilenstein. „Die Umstellung verlief ohne technische Probleme, sie blieb von den Verbrauchern weitgehend unbemerkt. Das gibt uns Rückenwind für die nächste Etappe mit weiteren 51.000 Gasanschlüssen, die bis 2029 an der Reihe sind“, sagt Alexandra Rösing, Geschäftsführerin der Stadtnetze Münster.
Bis 2029 stellt der Gasnetzbetreiber Stadtnetze Münster alle 63.000 Gasanschlüsse in seinem Netzgebiet technisch vom so genannten L-Gas (das weniger Energie enthält) auf H-Gas (das mehr Energie enthält) um. Die bundesweite Gasumstellung wird gesteuert von der Bundesnetzagentur und soll die Gasversorgung in Deutschland langfristig sichern, da die L-Gas-Vorkommen zur Neige gehen. Das hiesige Gasnetz gehört zu den bundesweit letzten Netzen, das umgestellt wird.
Die Umstellung im Juni bereiteten die Stadtnetze Münster rund zwei Jahre lang aufwendig vor: Techniker nahmen zunächst die technischen Daten aller an das Netz angeschlossenen Gasgeräte auf – von der Industrieanlage bis zum privaten Gasherd. Rund ein Jahr später erfolgte die technische Anpassung der Geräte in sämtlichen gasversorgten Gebäuden. Vielfach reicht dafür der Austausch einer einfachen Düse im Gerät.
Nach Drensteinfurt mit Rinkerode und Walstedde sowie den münsteraner Stadtteilen Hiltrup, Amelsbüren, Wolbeck, Angelmodde und Gremmendorf folgt 2027 die nächste Etappe. Dann erhalten rund 51.000 Münsteranerinnen und Münsteraner Post von den Stadtnetzen für die Aufnahme der Gerätedaten.
Hintergrund: „Marktraumumstellung“ - Erdgasqualitäten in Deutschland
L-Gas (Low calorific gas) und H-Gas (High calorific gas) sind die zwei vorhandenen Erdgasarten in Deutschland. Wegen des unterschiedlichen Brennwerts werden die beiden Gasarten in getrennten Gasnetzen transportiert.
Die Förder- und Importmengen von L-Gas sind stark rückläufig. Nach aktuellem Stand soll ab dem 1. Oktober 2029 gar kein L-Gas mehr fließen. Um die Gasversorgung auch in Zukunft technisch sicherzustellen, müssen in den Netzgebieten, in denen aktuell noch L-Gas genutzt wird, die Netze und Anlagen technisch umgerüstet werden. Durch die Umstellung von L-Gas auf H-Gas ändert sich in dem Netzgebiet die Gasbeschaffenheit. Alle angeschlossenen Gasverbrauchsgeräte müssen daher schrittweise und möglichst frühzeitig an die Versorgung mit hochkalorischem H-Gas angepasst werden. Im Fachjargon wird das Projekt daher auch Marktraumumstellung genannt.
Die Marktraumumstellung wird bundesweit von der Bundesnetzagentur gesteuert. Gesetzliche Grundlage ist §19 a im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG).
Weitere Informationen: www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/Energie/Netzanschluss/UmstellungGas/start.html