20. März 2026

Weltwassertag: Gemeinsam für sauberes Trinkwasser

Stadtnetze Münster bringen Trinkwasser-Expertise in internationale Kooperation ein

Ein Mann steht auf einem Steg über einen Fluss, der zu einem Gebäude führt.
Jürgen Trapp, Trinkwasserexperte bei den Stadtnetzen Münster, vor einem Wasserentnahme-Bauwerk in Ghana.

Für die Münsteranerinnen und Münsteraner ist sauberes Trinkwasser selbstverständlich. Rund um die Uhr kommt es aus dem Hahn – klar, geprüft, in bester Qualität. Doch in Wamale, einem Stadtteil der Großstadt Tamale im Norden Ghanas, sieht der Alltag ganz anders aus: Viele Menschen müssen dort zunächst jeden Morgen zur Wasserstelle gehen, um die kostbare Ressource in Kanistern und anderen Gefäßen nach Hause zu transportieren. Das Wasser erfüllt nicht die Anforderungen an Trinkwasser, denn Autos fahren hindurch und Tiere nutzen dieselbe Quelle zum Trinken. Auch ein Abkochen ist manchmal nicht möglich, weil Holz oder andere Brennstoffe fehlen. „In Wamale zu sehen, wie wertvoll jeder Tropfen reinen Wassers ist, hat mir meine tägliche Arbeit in Münster in einem ganz neuen Licht gezeigt. Sauberes Trinkwasser entscheidet über Lebensqualität und Chancen“, sagt Jürgen Trapp, Trinkwasserexperte bei den Stadtnetzen Münster.

Das Bild zeigt eine Wasserfläche in Ghana mit einem sandigen Ufer. Auf dem Wasser sind stellenweise Grasflächen zu erkennen.
An dieser Wasserstelle in Wamale versorgen sich viele Menschen mit Wasser.

Projekt auf Augenhöhe

Im Zuge der städtischen Partnerschaft zwischen Tamale und Münster reiste er im vergangenen Jahr gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt sowie der Fachhochschule Münster in den Norden Ghanas. Ein Ziel dieser kommunalen Projektpartnerschaft ist es, langfristig eine Wasserversorgung aufzubauen, die mit den vor Ort verfügbaren Mitteln nachhaltig betrieben werden kann. Ein erster Schritt war das gegenseitige Kennenlernen. Die Delegation schaute sich Wasserstellen und vorhandene Infrastruktur an, sprach mit Verantwortlichen, erfasste Daten. Auch das interkulturelle „Cactus Junges Theater“ spielte eine große Rolle: Mit kreativen Aktionen des Ensembles lernten Kinder und Erwachsene, warum sauberes Wasser wichtig ist. „Die Menschen in Wamale stehen im Mittelpunkt. Sie möchten wir vor Ort dabei unterstützen, eine eigene Trinkwasserversorgung mit vorhandenen Ressourcen zu entwickeln, diese selbst instand zu halten und ihr Wissen weiterzugeben“, so der Projektbeteiligte der Stadtnetze Münster.

Nachhaltigkeit im Fokus

Aktuell bündeln die Projektpartnerinnen und -partner ihre Erkenntnisse und entwerfen ein Konzept, das eine nachhaltige Versorgung ermöglicht. Fördergelder werden beantragt, Fachleute aus Münster und Ghana stimmen sich regelmäßig ab. Ziel ist eine Lösung, die wirklich zu den Menschen und Gegebenheiten in Tamale passt und dort dauerhaft funktioniert. Denn: „Nur wenn alle gemeinsam anpacken, kann die Wasserversorgung in Wamale auch in Zukunft sicher, sauber und nachhaltig bleiben“, betont Trinkwasserexperte Jürgen Trapp.